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Dein fleißigster Assistent – aber ein miserabler Ghostwrite

Der erste Entwurf gehört der KI, der letzte Blick gehört dir

Letzte Woche ist mir eine Nachricht einer Kundin ins Haus geflattert – nennen wir sie Paula, seit vielen Jahren als Coach selbstständig und wirklich richtig gut in dem, was sie tut. Sie hatte mir ganz stolz geschrieben, dass sie ihre Über-mich-Seite endlich fertig getextet hat, und zwar erstaunlich schnell, weil sie sich diesmal von ChatGPT helfen ließ. Also habe ich die Seite geöffnet, neugierig, wie das geworden ist, und da stand er dann gleich im ersten Absatz: „In der heutigen schnelllebigen Zeit ist es wichtiger denn je, authentisch und ganzheitlich zu kommunizieren.“ Ich habe diesen einen Satz dreimal gelesen und wusste danach immer noch nicht, was Paula damit eigentlich sagen wollte – und dabei kenne ich ihr Angebot in- und auswendig.

Wenn nicht einmal ich verstehe, was hinter so einem Satz steckt, dann kannst du dir ungefähr ausmalen, wie es jemandem geht, der Paula überhaupt nicht kennt. Und genau darum soll es hier gehen: Ich zeige dir, wofür künstliche Intelligenz beim Texten deiner Website wirklich taugt und wo sie dir nur eine schön glattgebügelte Textwüste hinlegt, die am Ende klingt wie alle anderen auch. Eines vorweg, damit wir uns richtig verstehen: Das wird garantiert kein Finger-weg-Vortrag von einer Frau, die immer noch mit dem Faxgerät winkt. Ich nutze diese Werkzeuge selbst täglich und könnte mir als Solo-Selbstständige gar nicht mehr vorstellen, ohne sie zu arbeiten, weil sie mir irrsinnig viel Zeit sparen, die ich dann lieber in meine Kundenprojekte stecke.

Warum mir eine Kollegin einmal schrieb: „Das klingt nicht nach dir“

Ich muss ehrlich sein, denn meinen eigenen Reinfall habe ich auch schon hinter mir. Vor etwa drei Jahren, ganz am Anfang meiner KI-Begeisterung, habe ich mir einen kompletten Blogbeitrag schreiben lassen und war gefühlt nach zwei Minuten fertig. Ich saß da, las den Text und dachte mir: „Hey, cool, das klingt ja richtig professionell.“ Also habe ich ihn wie immer einer Kollegin zum Querlesen geschickt, die etwas ganz anderes macht als ich und von der ich sicher weiß, dass sie mir ehrlich Bescheid gibt, wenn sie etwas nicht versteht. Ihre Antwort kam prompt: „Na Angelika, was ist denn mit dir los? Wer hat das geschrieben? Das klingt überhaupt nicht nach dir!“ Da hatte ich beim Texten also ordentlich danebengehauen – und genau aus diesem Reinfall ist über die Jahre mein ziemlich klarer Umgang mit diesen Tools gewachsen.

Deine Webseiten-Expertin

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Das leere Blatt, der blinkende Cursor – und wo KI wirklich Gold wert ist

Fangen wir mit dem an, was KI richtig gut kann, wenn du sie an der richtigen Stelle einsetzt. Du kennst das sicher: Du willst endlich deine Angebotsseite schreiben, der Cursor blinkt im leeren Word-Dokument und blinkt und blinkt, und du starrst seit zwanzig Minuten auf dieses weiße Nichts, weil du einfach nicht weißt, wie du anfangen sollst. Genau hier ist die KI ihr Geld wert, denn sie füllt dir das Blatt und gibt dir Rohmaterial, mit dem du überhaupt erst arbeiten kannst – und du weißt ja selbst, dass es nachher viel leichter ist, etwas zu verbessern, als bei null anzufangen. Fast genauso stark ist sie bei der Struktur: Wenn du sie bittest, dir zehn Überschriften für die Startseite zu liefern oder einen Vorschlag zu machen, wie du eine Seite gliedern könntest, dann bekommst du in Sekunden Ideen, auf die du selbst vielleicht erst nach dem dritten Kaffee gekommen wärst.

Und dann ist die KI auch noch ein erstaunlich guter Sparringpartner, den du fast zu selten nutzt. Frag sie ruhig einmal, welche Einwände deine Wunschkundinnen bei einem bestimmten Angebot hätten, und du bekommst eine Liste, die dir schwarz auf weiß zeigt, wo dein Text noch Lücken hat. Das ist ein bisschen wie eine Kollegin, die dir ehrlich sagt, was gerade unklar ist – nur dass sie nie schlechte Laune hat und auch keinen Kaffee will. Besonders gern setze ich sie außerdem als Übersetzerin ein, und damit meine ich nicht Deutsch auf Englisch, sondern Fachchinesisch in Kundensprache.

Von „prozessorientierter Begleitung im systemischen Kontext“ zu Sätzen, die deine Nachbarin versteht

Du steckst so tief in deinem eigenen Thema, dass du gar nicht mehr merkst, wenn die Menschen draußen nicht mehr mitkommen. Ich hatte früher öfter Kundinnen, die mir Texte voller Fachbegriffe geschickt haben – eine, die im Bereich Energetik arbeitet, hatte ihre Seite mit Begriffen gefüllt, die außerhalb ihrer Branche schlicht niemand kennt. Ich habe sie damals nur gefragt, ob die Menschen, die sie mit ihrem Angebot ansprechen möchte, überhaupt wissen, was das alles bedeutet, oder ob sie es erst nachschlagen müssten – und da hat sie angefangen nachzudenken. Genau an so einer Stelle ist KI eine echte Hilfe, weil du ihr einen dieser verschwurbelten Sätze hinwerfen und sagen kannst: „Erklär das so, dass es auch meine Nachbarin versteht.“ Was dabei herauskommt, ist oft erstaunlich, und du bekommst sofort ein Gefühl dafür, wie du deine Botschaft für deine Zielgruppe übersetzt. Wie du deine Website-Texte grundsätzlich selbst in den Griff bekommst, habe ich dir übrigens in einer eigenen Folge ausführlich mitgegeben.

Das große Aber: Warum KI den Durchschnitt des Internets schreibt

So zauberhaft das alles klingt, jetzt kommt das große Aber, und das ist der Teil, den die meisten unterschätzen. Das größte Problem ist nämlich, dass KI im Grunde den Durchschnitt des Internets schreibt: Sie hat Millionen von Texten gelesen und spuckt dir daraus einen Mittelwert aus, und dieser Mittelwert klingt eben nach allen. Das ist ungefähr so, als würdest du jemanden fragen, wer seine Zielgruppe sei, und die Antwort lautet „alle“. Der Text klingt dann nach ganzheitlich, nach maßgeschneidert, nach auf Augenhöhe, und irgendjemand wird garantiert Menschen auf ihrem Weg begleiten – ja, welche Menschen denn, bitte, alle acht Milliarden? Diese Worte fühlen sich beim Schreiben gut an, weil sie so schön professionell klingen, aber deine Wunschkundin liest darüber hinweg wie über das Kleingedruckte im Handyvertrag.

KI erfindet – und zwar mit einer Selbstsicherheit, dass dir schwindlig wird

Das zweite große Problem ist mindestens genauso heikel: KI erfindet, und sie tut das mit einer Selbstsicherheit, dass dir beim Zuschauen schwindlig wird. Sie dichtet dir Zahlen, Studien, Kundenstimmen und sogar ganze Zitate dazu, wenn ihr an irgendeiner Stelle etwas fehlt, und sie fragt dich vorher nicht um Erlaubnis. Wenn dann auf deiner Website plötzlich eine Statistik steht, die es so nie gegeben hat, ist das nicht nur peinlich, sondern kann dich im schlimmsten Fall sogar rechtlich einholen. Genauso wichtig ist der dritte Punkt, und der ist für mich wirklich der Kern der ganzen Sache: Die KI kennt dich nicht. Sie weiß nicht, dass du deine Kundinnen immer duzt, sie kennt diesen einen Spruch nicht, bei dem alle immer lachen, und von deiner Geschichte, deinen Macken und deinem Ton hat sie keine Ahnung. Deine Kundinnen aber, die dich schon einmal live erlebt haben, merken sofort, wenn auf einmal ein Fremder aus deiner Website spricht.

Dazu kommt, dass die KI schlicht nicht auf dem Laufenden ist, jedenfalls nicht bei dir. Vom Weltgeschehen weiß sie vielleicht das eine oder andere, aber sie kennt dein neues Angebot nicht, das du seit dem Frühjahr hast, und sie weiß auch nicht, dass du mit deinen Gruppenkursen längst aufgehört hast. Sie schreibt dir also fröhlich Dinge auf die Seite, die es bei dir gar nicht mehr gibt, und dann ruft jemand an und will genau das buchen, was du seit einem halben Jahr nicht mehr anbietest. Zwei Dinge liegen mir an dieser Stelle besonders am Herzen: Kippe erstens keine echten Kundendaten in die KI, keine internen Angebote, keine E-Mails, keine Namen, denn was du dort hineinschreibst, hast du nicht mehr in der Hand. Und schreib zweitens deine Texte nicht stur für Google, indem du sie mit Keywords vollstopfst, die deine Zielgruppe gar nicht verwendet, denn das findet inzwischen weder Google gut noch deine Leserin. Welche Wörter deine Wunschkundinnen wirklich eintippen, findest du am besten mit einer sauberen Keyword-Recherche heraus – und nicht, indem du ratest.

Müll rein, Müll raus: der wichtigste Satz zum Thema

Kommen wir also dazu, wie du es richtig machst, und der wichtigste Satz lautet: Müll rein, Müll raus. Die KI ist immer nur so gut wie das, was du ihr gibst. Wenn du ihr lapidar hinschreibst „Schreib mir eine Über-mich-Seite“, dann bekommst du eben Paulas Textwüste oder eine hübsch erfundene Geschichte. Wenn du ihr dagegen erzählst, wer du bist, für wen du arbeitest, was dich von anderen unterscheidet, und ihr vielleicht sogar eine echte Kundenstimme mitgibst, dann wird dein Entwurf mit einem Schlag brauchbar. Stell dir den Unterschied ganz praktisch vor: Bittest du sie um einen Text für deine Startseite, bekommst du garantiert ein „Herzlich willkommen, schön, dass Sie hier sind, wir bieten Ihnen blablabla“. Sagst du ihr aber, dass du Physiotherapeutin in Graz bist, spezialisiert auf Menschen nach einer Bandscheiben-OP, die Angst haben, sich wieder zu bewegen, und dass deine Kundinnen oft sagen, sie fühlten sich bei dir zum ersten Mal ernst genommen, dann ist plötzlich etwas da, mit dem du wirklich arbeiten kannst. Es ist nicht fertig, aber es ist ein Anfang. Und eine einzige echte Kundenstimme, die du der KI mitgibst, wiegt am Ende mehr als jedes noch so schön formulierte Eigenlob.

Die Reihenfolge bleibt dabei immer dieselbe: Du gibst den Kontext vor, die KI liefert dir einen Rohentwurf, und dann kommst wieder du an die Reihe. Du kürzt, du wirfst die Floskeln raus und bringst echte Beispiele in deiner Sprache und deinem Ton hinein. Die KI schreibt also immer den ersten Entwurf, aber niemals den letzten – der letzte Blick gehört immer dir, und zwar wirklich immer. Das ist ein bisschen wie beim Kuchen mit der Fertigbackmischung: Die nimmt dir die Arbeit ab, aber wenn du sie nur mit Wasser anrührst, schmeckt es am Ende auch genau so, nämlich nach Fertigbackmischung. Erst wenn du zwei Eier und eine Handvoll Liebe selbst dazugibst, schmeckt es plötzlich nach dir.

🪄 Der magische Feen-Tipp

Und jetzt kommt mein magischer Feen-Tipp, der für mich den größten Unterschied macht. Die meisten machen nämlich denselben Fehler, indem sie die KI einfach schreiben lassen – also dreh das Ganze doch bitte einmal um und lass sie nicht schreiben, sondern fragen. Bitte ChatGPT, Claude, Gemini oder welches Werkzeug auch immer du gerade offen hast, dir zehn Fragen zu deinem Angebot zu stellen, die eine Kundin hätte, die noch unsicher ist, ob sie bei dir buchen soll oder nicht. Diese zehn Fragen beantwortest du dann in deinen eigenen Worten, und am allereinfachsten geht das, wenn du es aufnimmst, denn mit den meisten Tools kannst du inzwischen ohnehin schon sprechen. Sprich einfach als Sprachnachricht hinein, so, wie du es einer guten Freundin erklären würdest, und schon hast du deinen Originalton – genau das ist dein Text, weil genau du darin steckst. Erst dann darf die KI ran und das Ganze für dich in Form bringen, ordnen und glätten, aber ohne irgendetwas zu erfinden. Und danach liest du selbstverständlich noch einmal in Ruhe drüber.

Was du dir merken solltest

Fassen wir zusammen, denn jetzt weißt du, wofür KI beim Texten deiner Website taugt und wofür eben nicht. Sie ist auf jeden Fall deine fleißigste Assistentin gegen das leere Blatt, für Rohmaterial und für Struktur, und sie nimmt dir eine Menge mühsamer Arbeit ab. Aber sie ist eben nicht diejenige, die deine Stimme hat, denn das bist noch immer du ganz allein. Die KI macht den ersten Entwurf, den Feinschliff machst du – und wenn du dir bei deinen eigenen Texten unsicher bist, ist das überhaupt kein Grund, den Kopf hängen zu lassen. Buch dir doch ganz unverbindlich einen kostenlosen Ersttermin, dann schauen wir gemeinsam auf deine Seite, und ich sage dir ehrlich, was an deinen Texten dranbleiben darf und was besser weichen sollte.

Und jetzt bin ich neugierig: Hast du dir schon einmal einen Website-Text von der KI schreiben lassen – und beim Lesen gemerkt, dass da irgendwie ein Fremder aus deiner Seite spricht? Erzähl mir gern, an welcher Stelle es bei dir gehakt hat.

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