Warum Ablehnen manchmal die beste Entscheidung ist
Warum falsche Kunden dich mehr kosten als sie bringenKennst du diese Gespräche, bei denen eigentlich alles ganz okay wirkt und du trotzdem das Gefühl hast, dass irgendetwas nicht passt? Du kannst es nicht genau benennen, die Person ist freundlich, das Projekt klingt interessant und trotzdem meldet sich irgendwo ganz hinten in deinem Kopf diese kleine Stimme, die sagt: „Lass es lieber.“
Und dann ignorierst du dieses Gefühl.
Weil der Auftrag spannend klingt. Weil du das Geld brauchst. Oder weil du dir selbst einredest, dass du wahrscheinlich einfach nur übervorsichtig bist.
Ganz ehrlich: Genau das habe ich früher auch gemacht.
Vor allem am Anfang meiner Selbstständigkeit habe ich deutlich häufiger Warnsignale übersehen, weil ich schlichtweg jeden Auftrag gebraucht habe. Da geht es nicht darum, ob jemand perfekt zu dir passt oder ob die Zusammenarbeit langfristig angenehm wird. Da geht es erst einmal darum, Rechnungen zu bezahlen und irgendwie dafür zu sorgen, dass genug Geld aufs Konto kommt.
Das Problem daran zeigt sich meistens erst später.
Denn manche Kunden kosten dich nicht nur Zeit. Sie kosten dich Energie, Motivation, Fokus und manchmal sogar deine Freude an der Selbstständigkeit.
Und genau deshalb nehme ich heute nicht mehr jeden Auftrag an.
Warum viele Solo-Selbstständige Warnsignale ignorieren
Gerade als Solo-Selbstständige:r steckt man oft in einem inneren Konflikt. Auf der einen Seite möchte man professionell auftreten, sichtbar werden und Kunden gewinnen. Auf der anderen Seite steht die finanzielle Realität. Vor allem in der Anfangsphase fühlt sich jeder potenzielle Auftrag wie eine Chance an, die man besser nicht ablehnen sollte.
Das führt dazu, dass viele Menschen Dinge akzeptieren, die sie eigentlich schon früh stören.
Da werden unrealistische Preisvorstellungen schöngeredet. Da werden unfreundliche Nachrichten ignoriert. Da wird mangelnde Kommunikation entschuldigt. Und manchmal versucht man sogar, offensichtliche Zweifel des Kunden durch noch mehr Einsatz auszugleichen.
Das ist ungefähr so, als würde man ein Haus auf einem Fundament bauen, bei dem man schon beim ersten Blick erkennt, dass irgendwo Risse drin sind. Natürlich kann das eine Zeit lang funktionieren. Aber irgendwann kracht es meistens.
Ich hatte selbst einmal eine Kundin, bei der ich genau dieses Gefühl hatte. Das Gespräch war freundlich, die Oberfläche hat gepasst und trotzdem hatte ich ständig das Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Während der Zusammenarbeit wurde dieses diffuse Gefühl dann immer konkreter. Inhalte wurden nicht geliefert, Nachrichten nicht gelesen und Vereinbarungen nicht eingehalten. Die Webseite selbst wurde am Ende zwar gut, aber die Zusammenarbeit war unglaublich anstrengend.
Und genau das ist der Punkt, den viele unterschätzen:
Ein Projekt kann technisch erfolgreich sein und sich trotzdem komplett falsch anfühlen.
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Diese Warnsignale nehme ich heute ernst
Mittlerweile habe ich ziemlich klare Red Flags entwickelt. Nicht, weil ich schwierige Menschen vermeiden möchte, sondern weil ich gelernt habe, wie wichtig eine gute Zusammenarbeit für beide Seiten ist.
Ein ganz großes Thema ist für mich Wertschätzung.
Wenn ich im ersten Gespräch merke, dass jemand möglichst viel Leistung für möglichst wenig Geld haben möchte, werde ich vorsichtig. Natürlich darf man über Preise sprechen und natürlich gibt es unterschiedliche Budgets. Aber der Grundgedanke dahinter macht einen riesigen Unterschied.
Es gibt Menschen, die sagen:
„Ich möchte verstehen, welche Möglichkeiten es gibt.“
Und dann gibt es Menschen, die eigentlich nur wissen wollen:
„Wie bekomme ich möglichst viel für möglichst wenig Geld?“
Das sind zwei komplett unterschiedliche Haltungen.
Ebenso schwierig wird es, wenn Menschen bereits vor der Zusammenarbeit indirekt an deiner Kompetenz zweifeln. Ich hatte einmal eine Anfrage, bei der mir sinngemäß gesagt wurde:
„Kannst du das überhaupt?“
Und ganz ehrlich: Warum fragt man bei jemandem an, wenn man ihm gleichzeitig nicht zutraut, dass er die Arbeit kann?
Natürlich darf ein Kunde Fragen stellen. Das ist völlig legitim. Aber wenn schon vor dem Start kein Vertrauen vorhanden ist, wird die Zusammenarbeit selten entspannt.
Ein weiteres Warnsignal ist für mich das berühmte Versprechen zukünftiger Empfehlungen.
Vielleicht kennst du solche Aussagen:
„Wenn du das günstig machst, bringe ich dir später ganz viele Kunden.“
Und ich sag’s, wie es ist: Solche Aussagen machen mich extrem vorsichtig.
Denn professionelle Zusammenarbeit basiert auf klaren Leistungen und klaren Gegenleistungen. Empfehlungen sind großartig und ich freue mich über jede einzelne. Aber sie dürfen niemals als Druckmittel verwendet werden, um Preise künstlich nach unten zu verhandeln.
Warum Werte im Business wichtiger sind als Umsatz
Warum Werte im Business wichtiger sind als Umsatz
Viele sprechen über Strategien, Marketing oder Sichtbarkeit. Aber über Werte wird erstaunlich wenig gesprochen.
Dabei sind genau diese Werte oft der Unterschied zwischen einem Business, das dich dauerhaft erfüllt, und einem Business, das dich langsam ausbrennt.
Für mich sind Verlässlichkeit, Pünktlichkeit und respektvolle Kommunikation absolute Grundlagen.
Wenn jemand Inhalte ständig zu spät liefert, Vereinbarungen ignoriert oder nicht offen kommuniziert, wird jedes Projekt unnötig kompliziert. Und ganz ehrlich: Die schönste Webseite bringt nichts, wenn die Zusammenarbeit permanent Chaos produziert.
Dazu kommen persönliche Grenzen.
Ich nehme keine Projekte an, die gegen meine Werte gehen. Dazu gehören unehrliche Geschäftsmodelle, fragwürdige Verkaufspraktiken oder Projekte, bei denen ich das Gefühl habe, dass Menschen manipuliert oder abgezockt werden sollen.
Denn am Ende steht mein Name hinter dieser Arbeit.
Und genau das vergessen viele Selbstständige am Anfang: Nicht jeder Umsatz ist guter Umsatz.
Wenn der Kunde selbst nicht weiß, was er will
Eine der schwierigsten Situationen entsteht übrigens dann, wenn Kunden zwar genau wissen, was sie nicht wollen, aber überhaupt keine Vorstellung davon haben, wohin die Reise eigentlich gehen soll.
Auch das habe ich erlebt.
Das Projekt klang anfangs großartig. Die Zusammenarbeit startete gut und es gab zunächst keine offensichtlichen Probleme. Doch irgendwann wurde klar, dass jede Idee sofort abgelehnt wurde, ohne dass eine konkrete Richtung vorgegeben wurde.
Das ist ungefähr so, als würdest du in eine Eisdiele gehen und bei jeder Sorte einfach nur sagen:
„Nein, das will ich nicht.“
So kann man keine Entscheidung treffen.
Und genauso schwierig wird es im Business.
Denn als Dienstleister kannst du niemandem Gedanken lesen. Du kannst beraten, strukturieren, analysieren und Lösungen entwickeln. Aber wenn keinerlei Klarheit vorhanden ist, wird jedes Projekt irgendwann zäh.
In diesem Fall habe ich die Zusammenarbeit schließlich beendet und sogar einen Teil der Anzahlung zurückgezahlt. Keine angenehme Entscheidung, aber rückblickend die richtige.
Denn manchmal ist ein ehrliches Ende besser als ein endloses Durchquälen.
Warum ich heute entspannter arbeite
Heute höre ich deutlich stärker auf mein Bauchgefühl als früher.
Und interessanterweise ziehe ich dadurch auch ganz andere Kunden an.
Viele Menschen kommen mittlerweile über Empfehlungen. Sie wissen bereits, wie ich arbeite, welche Qualität sie bekommen und dass gute Arbeit ihren Preis hat. Dadurch entstehen viel angenehmere Projekte, klarere Kommunikation und deutlich weniger Drama.
Und das Beste daran:
Ich habe nicht mehr das Gefühl, jedem Auftrag hinterherlaufen zu müssen.
Wenn etwas nicht passt, dann passt es eben nicht.
Denn ich habe gelernt, dass aus abgesagten Projekten oft Platz für bessere Möglichkeiten entsteht.
Fazit
Du musst nicht jeden Auftrag annehmen
Gerade als Solo-Selbstständige:r ist die Versuchung groß, jede Chance mitzunehmen. Aber langfristig entscheidet nicht die Anzahl deiner Kunden über deinen Erfolg, sondern die Qualität der Zusammenarbeit.
Dein Bauchgefühl ist kein unwichtiges Detail. Es ist oft ein Frühwarnsystem.
Und deine Werte sind kein nettes Extra für die Über-mich-Seite, sondern dein innerer Kompass dafür, mit welchen Menschen du wirklich arbeiten möchtest.
Denn am Ende geht es nicht nur darum, Geld zu verdienen.
Es geht darum, ein Business aufzubauen, das auch menschlich zu dir passt.
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