Der Anruf, der diesen Newsletter ausgelöst hat
Im Sommer hat mich ein Elektriker angerufen. Zwei Mitarbeiter, seit zwanzig Jahren im Geschäft, kennt vermutlich jede Sicherung im Bezirk. Am Telefon war er ziemlich fertig.
Jemand hatte ihm erklärt, dass er wegen einer neuen EU-Vorschrift zur Cybersicherheit jetzt dringend handeln müsse. Beratungspaket: 1.400 Euro. Diese Woche noch, sonst wird es teurer.
Er ist nicht betroffen. Die Regelung greift ab fünfzig Beschäftigten und auch dann nur in bestimmten Branchen. Er hat zwei. Das Telefonat hat zwölf Minuten gedauert und ihn nichts gekostet.
Aber er hätte zwei Wochen lang schlecht geschlafen, wenn er nicht zufällig jemanden gekannt hätte, den er fragen kann.
Genau deshalb gibt es diesen Newsletter.
Einmal im Monat nehme ich mir eine Änderung vor und übersetze sie aus Behördendeutsch, Techniksprech oder Datenschutz-Kauderwelsch in normales Deutsch. Bei den meisten lautet die Antwort am Ende: betrifft dich nicht.
Das ist keine schlechte Nachricht, das ist eine Nacht Schlaf.
Einmal im Monat, mehr nicht.
Was du von mir bekommst
Jede Ausgabe beantwortet vier Fragen, und zwar in dieser Reihenfolge.
Was du hier nicht bekommst
Keinen Verkaufsnewsletter.
Wenn ich dir etwas verkaufen möchte, dann schreibe ich dir das auch genau so. Ich brauche keine drei Absätze künstlich erzeugte Panik, um dir anschließend zufällig die rettende Lösung aus meinem Zauberhut zu ziehen.
Keine Ausgabe nur, weil der zweite Dienstag ist.
Wenn es nichts Neues gibt, schreibe ich dir das in drei Zeilen. Lieber eine kurze Ausgabe als eine lange mit Füllmaterial.
Keine deutsche Rechtslage, die versehentlich als österreichische verkauft wird.
Das ist ein eigener Punkt, weil es öfter vorkommt, als du glaubst.
Für wen das gedacht ist
Für alle, die eine Website oder einen Shop haben und weder eine Rechtsabteilung noch eine IT – Betriebe mit Team, Einzelkämpferinnen, Vereine, Praxen, Werkstätten. Ob bei euch fünfzehn Leute arbeiten oder du allein bist, ändert an den Vorschriften wenig. Es ändert nur, wer sie am Ende lesen muss.
Meistens ist das nicht der Chef. Meistens ist das die Person, die „eh auch die Website macht“ – zwischen Telefon, Angeboten und der Ablage.
Österreich zuerst. Deutschland: bleib trotzdem da.
Ich sitze in Wien und schreibe deshalb in erster Linie für Österreich. Wenn du in Deutschland sitzt: bleib trotzdem da. Sehr vieles kommt ohnehin aus Brüssel und betrifft uns beide.
Und wo es auseinandergeht, schreibe ich das dazu. Beim Widerrufsbutton lagen zwischen den beiden Ländern dreieinhalb Monate. Dreieinhalb Monate, in denen dasselbe Gesetz einmal gilt und einmal nicht – so etwas gehört dazugesagt und nicht unter den Tisch.
Ich bin keine Anwältin.
Das steht hier, weil es wichtig ist, und nicht, weil mein Impressum es verlangt.
Ich lese Gesetzestexte wie andere Leute Möbelaufbauanleitungen: dreimal, langsam, und beim zweiten Durchgang steht plötzlich ein Wort drin, das beim ersten Mal noch nicht da war.
Was ich dir liefere, ist die Übersetzung: was eine neue Vorschrift technisch für deine Website bedeutet, worauf du achten solltest und ob du überhaupt etwas tun musst.
Wenn es rechtlich eng wird, sage ich dir das – und dann gehört das zu jemandem, der dafür eine Prüfung gemacht hat.
Und zum Start bekommst du etwas von mir
Wenn du dich anmeldest, bekommst du meine Checkliste: zwölf Punkte auf zwei Seiten, mit Ampel und zum Abhaken. Cookie-Banner, PHP-Version, Google-Bewertungen – die Dinge, bei denen am häufigsten etwas im Argen liegt.
Bei etlichen davon lautet die Antwort für die meisten kleinen Betriebe: Nein. Betrifft mich nicht. Auch das ist ein Ergebnis.
Einmal im Monat.
Am zweiten Dienstag.
Meistens am Vormittag, weil ich da noch nett bin.
