Meine Website steht.
Das Design ist hübsch.
Und trotzdem: keine Anfragen.
Wenn ich für jede Soloselbstständige einen Euro bekommen würde, die mir genau das erzählt, könnte ich mir vermutlich eine eigene Fee mit Glitzerstab leisten. ✨
Spoiler: In den meisten Fällen liegt es nicht am Design. Es liegt an den Texten.
Genau darüber habe ich in einer aktuellen Podcast-Folge von Webseiten Magie mit einer echten Wort-Detektivin gesprochen: Sandra Brestrich, besser bekannt als die Textkomplizin.
Sie bringt über 20 Jahre Erfahrung in PR, Marketing und Copywriting mit – und vor allem eines: Klartext statt Marketing-Geschwurbel.
In diesem Blogartikel nehme ich dich mit hinter die Kulissen dieses Interviews, vertiefe die wichtigsten Aussagen und zeige dir,
👉 warum nette Texte nichts verkaufen
👉 weshalb Klarheit dein stärkstes Conversion-Tool ist
👉 und wie du KI sinnvoll nutzt, ohne deine Persönlichkeit zu verlieren
Warum „herzlich willkommen auf meiner Seite“ niemanden überzeugt
Einer der häufigsten Fehler, den Sandra in ihrer Arbeit sieht (und ich im Webdesign genauso):
Unternehmerinnen schreiben aus ihrer eigenen Perspektive.
Sie erzählen,
- wie lange sie selbstständig sind
- was sie alles können
- welche Ausbildungen sie haben
Das Problem?
👉 Deine Besucherin interessiert sich in den ersten Sekunden nicht für dich, sondern für sich selbst.
Sie fragt sich unbewusst:
- Bin ich hier richtig?
- Versteht mich jemand?
- Löst das mein Problem?
Gute Website-Texte beantworten genau diese Fragen – klar, strukturiert und ohne Umwege.
Oder wie Sandra es im Interview so treffend formuliert:
Wer verwirrt ist, klickt nicht. Und wer nicht klickt, kauft nicht.
Klarheit schlägt Kreativität – immer
Viele meiner Kundinnen glauben, ihnen fehlen die richtigen Worte.
In Wahrheit fehlt etwas ganz anderes: Klarheit.
Klarheit darüber,
- wer die Wunschkundin wirklich ist
- welches Problem sie hat
- was sie nachts wachhält
- und warum genau du die richtige Lösung bist
Ohne diese Klarheit entstehen Texte, die Sandra liebevoll „generisches Geschwafel“ nennt.
Ich nenne sie: Website-Sand im Getriebe.
Je klarer Positionierung, Angebot und Zielgruppe sind, desto leichter werden Texte.
Nicht umgekehrt.
Nett sein verkauft nicht (auch wenn wir das gern hätten)
Ein Satz aus dem Interview, den ich sofort gefeiert habe:
„Nett formuliert verkauft leider nicht.“
Viele Soloselbstständige vermeiden Klartext, weil sie:
- niemanden ausschließen wollen
- Angst vor Ablehnung haben
- möglichst „professionell“ klingen möchten
Das Ergebnis sind weichgespülte Texte ohne Haltung.
Dabei wirkt Klartext wie ein Filter:
- Die richtigen Menschen fühlen sich angesprochen
- Die falschen springen ab (und das ist gut so!)
Eine Website darf – nein, muss – Ecken und Kanten haben.
Storytelling ja – aber bitte mit Strategie
Storytelling ist kein Selbstzweck.
Eine emotionale Geschichte ohne Ziel ist wie ein wunderschöner Spaziergang ohne Richtung.
Sandra bringt es im Interview auf den Punkt:
Gutes Storytelling basiert auf Psychologie, nicht auf Bauchgefühl.
Menschen entscheiden unterschiedlich:
- manche schnell und faktenbasiert
- andere emotional und beziehungsorientiert
Texte müssen das berücksichtigen:
- Tonalität
- Textlänge
- Wortwahl
- Struktur
Deshalb funktionieren Copy-Paste-Texte nicht.
Und deshalb funktioniert KI allein auch nicht.
KI & ChatGPT: Werkzeug, kein Texter-Ersatz
Ja, wir nutzen beide KI.
Und nein, sie ersetzt keine Texterin – und auch keine klare Marketingstrategie.
Sandra nutzt KI:
- zur Themenrecherche
- für Struktur
- für Impulse
Aber nicht, um fertige Texte ungefiltert zu übernehmen.
Warum?
Weil Tonalität, Empathie und Zielgruppenverständnis nach wie vor menschlich sind.
Ich beobachte aktuell dasselbe wie Sandra:
Viele, die komplett auf KI gesetzt haben, kommen zurück.
Weil sie merken:
👉 Sichtbarkeit ohne Persönlichkeit funktioniert nicht.
Drei goldene Tipps für bessere Website-Texte
Zum Abschluss – und das ist mir besonders wichtig – hier die Essenz aus Interview & Praxis:
1. Weniger ist mehr
Lieber ein klares Angebot als ein Bauchladen.
2. Schreib, wie du sprichst
Authentisch schlägt geschniegelt. Immer.
3. Hol dir den Blick von außen
Dein eigenes Marketing zu machen ist wie in der Flasche sitzen und das Etikett lesen wollen.
Fazit
Texte sind keine Deko – sie sind Vertrieb
Eine Website ist kein hübsches Online-Tagebuch.
Sie ist deine beste Mitarbeiterin – oder eben eine, die nur in der Ecke sitzt und Däumchen dreht.
Wenn deine Website keine Anfragen bringt, dann liegt das sehr oft nicht an dir, sondern an:
- fehlender Klarheit
- falscher Ansprache
- netten, aber wirkungslosen Texten
Das Interview mit Sandra hat es einmal mehr bestätigt:
👉 Gute Texte sind Strategie.
👉 Gute Texte sind Psychologie.
👉 Gute Texte sind Umsatz.
Und genau deshalb gehören sie nicht nebenbei gemacht.




