Deine Website ist online – aber passiert dort auch wirklich etwas? Viele Solo-Selbstständige haben eine schöne Seite, doch sie funktioniert nicht als strategischer Kommunikationskanal. In dieser Folge meines Podcasts „Webseiten Magie“ habe ich nicht nur erklärt, was die Customer Journey ist (siehe Folge 39), sondern bin tief eingetaucht: Wie planst du sie strategisch? Welche Fragen musst du dir stellen? Und wie kannst du deine Website Schritt für Schritt entlang der Customer Journey ausrichten?
Schritt 1: Strategisch planen – Denke wie deine Wunschkundin
Bevor es an Design oder Technik geht, steht eines ganz oben: das Verständnis deiner Wunschkundin. Wer ist sie? Was sucht sie? Was weiß sie schon – und was fehlt ihr noch?
Mein Tipp: Denke in konkreten Szenarien. Stell dir vor, Johanna googelt „Neuanfang nach Trennung“ und landet auf deinem Blog. Was passiert dann? Was sieht sie? Was fühlt sie? Wo klickt sie weiter?
Genau diese Fragen helfen dir dabei, die Stationen ihrer Reise zu gestalten – und zwar strategisch, nicht zufällig
Schritt 2: Die Customer Journey sichtbar machen – Deine Website im Test
Ich teile die Customer Journey in fünf Phasen auf: Aufmerksamkeit, Interesse & Überlegung, Entscheidung, Erfahrung und Bindung. Zu jeder Phase gibt’s eine Testfrage:
- Aufmerksamkeit: Gibt es einen klaren Einstiegspunkt, der nicht verkauft, sondern ein Problem anspricht?
- Interesse & Überlegung: Wird erklärt, wie du arbeitest – nicht nur was du alles kannst?
- Entscheidung: Ist dein Call-to-Action sichtbar, verständlich und handlungsorientiert?
- Erfahrung: Was passiert nach dem Klick – kommt eine Info-Mail, ein Willkommensvideo, irgendetwas?
- Bindung: Gibt es etwas, das nach dem Erstkontakt folgt – z. B. eine E-Mail-Serie?
Stell dir vor, du beantwortest alle Fragen mit „Ja“. Herzlichen Glückwunsch – du hast eine strategisch aufgebaute Website!
Typische Fehler – und wie du sie vermeidest
Gerade bei Solo-Selbstständigen sehe ich immer wieder dieselben Stolperfallen:
- Die Startseite verkauft sofort – statt erstmal Vertrauen aufzubauen.
- Die Methode wird in epischer Breite erklärt – statt zu zeigen, wie du Probleme löst.
- Der Call-to-Action lautet „Absenden“ – statt klar zu sagen, was als Nächstes passiert.
- Nach dem Erstkontakt kommt: nichts. Null. Funkstille.
Was du stattdessen tun kannst: Hol dir Feedback! Frag echte Besucherinnen deiner Website: Was war unklar? Was hat überzeugt? Nutze Analyse-Tools, um Absprungraten zu checken. Und: Teste unterschiedliche Varianten – z. B. für deine Call-to-Actions.
Magischer Feen-Tipp
Druck deine Startseite aus und gib sie einer Person, die nicht weiß, was du machst. Wenn sie nach 10 Minuten nicht sagen kann, wer du bist, was du anbietest und was sie tun soll, dann weißt du, wo du ansetzen musst.
Denn am Ende ist die Customer Journey kein starrer Plan – sie ist ein Werkzeug. Und du kannst es nutzen, um deine Wunschkundinnen strategisch zu begleiten.
Fazit
Deine Website kann mehr – wenn du sie strategisch nutzt
Die Customer Journey ist kein Luxus für große Agenturen – sie ist dein Werkzeug als Solo-Selbstständige, um Besucherinnen nicht nur zu informieren, sondern wirklich zu führen. Wenn du weißt, welche Fragen sich deine Wunschkundin auf jeder Etappe stellt – und du ihr genau dort die passende Antwort gibst – dann wird aus Klicks echtes Vertrauen. Und aus Vertrauen: Aufträge.
Also Schluss mit hübsch, aber ziellos. Fang an, deine Website als Reise zu denken – und führe deine Besucher:innen mit Klarheit, Empathie und Strategie.




