Du bist Solo-Selbstständige*r, hast eine Dienstleistung mit Herz, Verstand und Expertise im Gepäck und eine Website, die ... nun ja ... aussieht wie ein Hochglanzkatalog von Adobe Stock?
Dann lass uns mal reden. Ehrlich. Direkt. Und vielleicht auch ein kleines bisschen provokant. Denn ich will dir heute zeigen, wie du mit deiner Website zwar online bist – aber trotzdem unsichtbar bleibst. Und das hat einen simplen Grund: Du bist nicht zu sehen.
Heike und die gesichtslose Website
Lass mich dir von Heike erzählen. Heike ist Pflegeberaterin. Sie begleitet Angehörige von Pflegebedürftigen, berät im Bereich Altersdemenz und bietet Palliativbegleitung an. Ein Thema, das Nähe, Vertrauen und Menschlichkeit braucht – und nicht nur ein bisschen, sondern 100 Prozent davon.
Als wir ihre neue Website planten, war für mich sofort klar: Diese Seite braucht nicht nur Texte, Farben und Buttons – sie braucht Heike. In Bildern. In echten Momenten. Mit ihrer Ausstrahlung, ihrer Empathie, ihrer Ruhe.
Was ich bekam? Eine Dropbox voller Stockfotos. Pflegepersonal mit Zahnpasta-Lächeln, symbolische Hände auf Schultern und die klassische Seniorenpaar-im-Park-Szene. Aber Heike? Fehlanzeige.
Auf Nachfrage kam die Antwort: "Ich bin nicht fotogen."
Spoiler: Das ist keine Ausrede. Das ist eine Vermeidungsstrategie.
Und eine gefährliche obendrein. Denn:
Wenn deine Wunschkund:innen dich nicht sehen, spüren sie dich auch nicht.
Und wenn sie dich nicht spüren, dann buchen sie dich nicht. Punkt.
Das gilt nicht nur für Pflegeberaterinnen. Das gilt für Coaches, Texterinnen, Yogalehrer, Ernährungsberaterinnen, Designerinnen, Körpertherapeuten und alle, die mit Menschen arbeiten. Also wahrscheinlich auch für dich.
Warum deine Website ohne DICH nicht funktioniert
Deine Website ist kein digitaler Flyer. Sie ist dein wichtigstes Marketinginstrument. Sie soll Vertrauen aufbauen, Verbindung schaffen und ein ganz klares Gefühl vermitteln: Mit dir will ich arbeiten!
Und dieses Gefühl entsteht nun mal nicht durch Stockbilder. Die sehen zwar gut aus, aber sie transportieren nichts. Kein Herz, keine Haltung, keine Ecken und Kanten. Vor allem keine Persönlichkeit.
Und genau die ist bei Solo-Selbstständigen der Gamechanger. Deine Kund:innen kaufen nicht deine Methode, dein Zertifikat oder dein CRM-System. Sie kaufen dich.
"Ich mag mich nicht auf Fotos" – das große Missverständnis
Ich versteh’ dich. Wirklich. Ich kenn den Satz. Ich hör ihn ständig. "Ich weiß nicht, wie ich schauen soll." "Ich steh nicht gern im Mittelpunkt." "Ich seh auf Bildern immer komisch aus."
Weißt du, was ich darauf sage? Das ist nicht dein Fehler – das war der falsche Fotograf.
Denn ein richtig guter Businessfotograf weiß genau, wie er dich ins Licht rückt, ohne dich zu verstellen. Er fühlt dich ein, gibt dir Raum, schafft eine Atmosphäre, in der du dich entspannen kannst. Und das Ergebnis? Bilder, auf denen du genauso rückwirkst, wie du bist: echt, kompetent, sympathisch.
Glaub mir: Ich habe Kundinnen, die waren vor dem Shooting kurz davor, in Ohnmacht zu fallen. Und die gleichen Frauen schicken mir heute stolz ihre Bilder mit den Worten: "Ich hab mich selten so gut getroffen gefühlt."
Die größten Fotofallen – und wie du sie vermeidest
- Studio-Porträts vor grauem Hintergrund: Bitte nicht. Du bist kein Passbild.
- Schnappschüsse von der besten Freundin: Nett für Social Media, aber nicht für dein Marketinginstrument Nr. 1.
- Symbolbilder statt Persönlichkeit: Hände, Blumen, Notizbücher – alles schön. Aber dein Gesicht ist wichtiger.
Was du brauchst:
- Bilder in deinem Arbeitsumfeld
- Dich in Aktion, z. B. im Gespräch, beim Arbeiten, beim Nachdenken
- Und ja, mindestens ein richtig gutes Portrait mit Blick in die Kamera. Denn das sagt: Hier bin ich. Und ich bin bereit.
Mein Feen-Tipp aus der Praxis
Lass dein Shooting nicht im Studio stattfinden, sondern dort, wo du dich wohlfühlst. In deinem Office. In deinem Lieblingscafe. Im Park um die Ecke. In deinem Element eben. Denn dort ist deine Energie echt. Und genau das sieht man auf den Bildern.
Investiere in eine:n professionelle:n Fotograf:in, der oder die Erfahrung mit Selbstständigen hat. Es ist kein Kostenpunkt – es ist ein Hebel für deinen Erfolg.
Was bei Heike passiert ist
Heike hat sich übrigens getraut. Nach einigem Zureden und einem Shooting mit einer einfühlsamen Fotografin hat sie neue Bilder machen lassen. Heute präsentiert sie sich auf ihrer Website mit einem offenen Lächeln, einem Blick voller Ruhe – und genau dem Vertrauen, das ihre Klient:innen brauchen. Die Resonanz? Durchweg positiv. Sie bekommt Rückmeldungen wie: "Schon beim ersten Blick auf deine Seite wusste ich: Du bist die Richtige."
Fazit
Wenn du dich nicht zeigst, kann dich niemand finden
Es geht nicht darum, perfekt zu sein. Es geht darum, sichtbar zu sein.
Deine Website ist nicht deine Visitenkarte. Sie ist dein Vertriebsprofi, dein Vertrauensfaktor und dein digitaler Erstkontakt. Und der muss zünden. Ohne dein Gesicht, ohne deine Energie, ohne deine Ausstrahlung – geht das nicht.
Also: Keine Ausreden mehr. Raus aus der Komfortzone, rein in deine volle Präsenz.




